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Schwäbische Zeitung vom 25.09.2017

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Autor: Manuela Rapp, 17.11.2016
Ein witziger Eintopf als Diät
BALZHEIM:
Elsbeth Haak ist „Ausdauersportlerin“. Keine Hörnchen, erst recht keine dick mit Butter bestrichenen, bitte ja keine Himbeermarmelade, und an ein Schnitzel, nicht mal an ein Schnitzelchen, ist erst gar nicht zu denken. Finger weg. Was das für eine grausame Sportart ist? Viele kennen sie: eine Diät. Eine lustige und auch ein wenig lustvolle kabarettistische Diät, die da in der Oberbalzheimer Stiftungshalle serviert wurde, um ganz genau zu sein.
Im Gegensatz zu den strikten Verbotsregeln bei der Nahrungsaufnahme fiel die musikalische Lebenshilfe, die die Chansonette und ihr Pianist Marius Closca parat hatten, üppig, mit einer Prise Frivolität, aber auch ein bisschen schräg aus. Nicht umsonst heißt das Programm des Musik-Kabarett-Duos denn auch „So Chansons und so“. Die Betonung liegt auf „so“. Ein witziger Eintopf, der an einem grauen Novemberabend die richtigen Zutaten enthält.
Ein spritziger Aperitif war schon gleich mal der Auftakt. Da wurde Edith Piaf, schier unantastbares Pariser Denkmal des Chansons, mal ganz wörtlich genommen. Da hätte die wackere Elsbeth Haak, ihres Zeichens Oberschwäbin, ruhig noch weitermachen können, doch halt, da spielte Marius Closca nicht mit. Der Rumäne erwies sich als in sich ruhender „Widerpart“ zum temperamentvollen Auftreten seiner Partnerin, wobei er sich der kleinen, aber umso wirkungsvolleren Gesten bediente. Eine ideale Ergänzung also. Die beiden spielten sich auf der Bühne präzise den Ball zu – das machte das Ganze für das Publikum so zum Vergnügen.
Viele Fans im Publikum
Nun ist Elsbeth Haak keine Unbekannte in Balzheim. Nicht nur, weil sie schon einmal auf Einladung der von Palm’schen Stiftung beim Kleinen Kulturprogramm gastiert hat, nein, die Künstlerin ist auch familiär und freundschaftlich mit dem Ort und seiner Umgebung verbandelt. Wie es aussah, saßen auch eine Menge ihrer Fans im Publikum.
Die Kabarettistin gab sich mal boshaft, mal ein wenig lasziv, mal lebensklug. Männer – aber klar – nehmen in ihren Liedern einen gebührenden Platz ein, aber auch Frauen wie die „schöne Lou“, ein „sprechendes Wespennest“. Nette kleine Spitzzüngigkeiten müssen eben sein.
Menschliches, allzu Menschliches wird von ihr auf die Schippe genommen, in einer ebenso (selbst-)ironischen wie spritzigen Art und Weise. Dabei erwies sich Elsbeth Haak in der Oberbalzheimer Stiftungshalle nicht nur als Ausdauersportlerin, sondern zeigte sich in einer zweiten Sportart sehr stark: als Wortakrobatin. Diese Frau hat ganz schön Pfeffer. Manuela Rapp
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