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Autor: Manuela Rapp, 17.11.2016
Ein witziger Eintopf als Diät
BALZHEIM:
Elsbeth Haak ist „Ausdauersportlerin“. Keine Hörnchen, erst recht keine dick mit Butter bestrichenen, bitte ja keine Himbeermarmelade, und an ein Schnitzel, nicht mal an ein Schnitzelchen, ist erst gar nicht zu denken. Finger weg. Was das für eine grausame Sportart ist? Viele kennen sie: eine Diät. Eine lustige und auch ein wenig lustvolle kabarettistische Diät, die da in der Oberbalzheimer Stiftungshalle serviert wurde, um ganz genau zu sein.
Im Gegensatz zu den strikten Verbotsregeln bei der Nahrungsaufnahme fiel die musikalische Lebenshilfe, die die Chansonette und ihr Pianist Marius Closca parat hatten, üppig, mit einer Prise Frivolität, aber auch ein bisschen schräg aus. Nicht umsonst heißt das Programm des Musik-Kabarett-Duos denn auch „So Chansons und so“. Die Betonung liegt auf „so“. Ein witziger Eintopf, der an einem grauen Novemberabend die richtigen Zutaten enthält.
Ein spritziger Aperitif war schon gleich mal der Auftakt. Da wurde Edith Piaf, schier unantastbares Pariser Denkmal des Chansons, mal ganz wörtlich genommen. Da hätte die wackere Elsbeth Haak, ihres Zeichens Oberschwäbin, ruhig noch weitermachen können, doch halt, da spielte Marius Closca nicht mit. Der Rumäne erwies sich als in sich ruhender „Widerpart“ zum temperamentvollen Auftreten seiner Partnerin, wobei er sich der kleinen, aber umso wirkungsvolleren Gesten bediente. Eine ideale Ergänzung also. Die beiden spielten sich auf der Bühne präzise den Ball zu – das machte das Ganze für das Publikum so zum Vergnügen.
Viele Fans im Publikum
Nun ist Elsbeth Haak keine Unbekannte in Balzheim. Nicht nur, weil sie schon einmal auf Einladung der von Palm’schen Stiftung beim Kleinen Kulturprogramm gastiert hat, nein, die Künstlerin ist auch familiär und freundschaftlich mit dem Ort und seiner Umgebung verbandelt. Wie es aussah, saßen auch eine Menge ihrer Fans im Publikum.
Die Kabarettistin gab sich mal boshaft, mal ein wenig lasziv, mal lebensklug. Männer – aber klar – nehmen in ihren Liedern einen gebührenden Platz ein, aber auch Frauen wie die „schöne Lou“, ein „sprechendes Wespennest“. Nette kleine Spitzzüngigkeiten müssen eben sein.
Menschliches, allzu Menschliches wird von ihr auf die Schippe genommen, in einer ebenso (selbst-)ironischen wie spritzigen Art und Weise. Dabei erwies sich Elsbeth Haak in der Oberbalzheimer Stiftungshalle nicht nur als Ausdauersportlerin, sondern zeigte sich in einer zweiten Sportart sehr stark: als Wortakrobatin. Diese Frau hat ganz schön Pfeffer. Manuela Rapp
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Donnerstag 8. Dezember 2016 – 22:53
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Glashütten Lokales und Politik 07. Dezember 2016
Kabarett und Gänsebraten – Bürgerklause als Kleinkunstbühne
Stefan Richter (li.), Elsbeth Haak und Marius Closca. Foto: Gunter Büchel


Glashütten – Was sich den über 50 Gästen in der vollbesetzten Bürgerklause am Samstagabend bot, war nichts Geringeres als eine Premiere. Die Kabarettistin Elsbeth Haak hatte gemeinsam mit dem Pianisten Marius Closca das Lokal in eine Kleinkunstbühne verwandelt. Vor diesem geistigen Genuss durften sich die Anwesenden aber zunächst auf den leiblichen Genuss in Form von Gänsebraten freuen. Umso passender gestaltete sich das Programm des Kabarettduos unter dem Motto „So Chansons und so“. Dabei warfen die beiden einen humoristischen Blick auf den ganz normalen Alltag, bei dem natürlich auch das Thema Essen nicht zu kurz kam. Im Lied vom „Rehbratenwetter“ durfte man erfahren, was Männer im Winter gerne essen, während das Lied von der Diät, die damit verbundenen Leiden und Entbehrungen ebenso glaubhaft wie humorvoll schilderte. Zu viel des Guten gibt es aber nicht nur beim Essen, wie das Lied „Ich bin so schön“ eindringlich vermittelte.
Überhaupt warten die Tücken des Alltags an jeder Ecke, sei es beim Campingurlaub oder beim Erstellen einer Sitzordnung für eine Hochzeit, was Elsbeth Haak ebenso gekonnt in Liedform präsentierte. Die schlagfertige und charmante Chansonnette aus Oberschwaben hatte das Publikum rasch auf ihrer Seite, wozu nicht nur die grandiose Vortragsweise, sondern auch die unnachahmliche Mimik beitrug. Mit Marius Closca hatte sie dabei einen Pianisten an ihrer Seite, der weitaus mehr als ein reiner Liedbegleiter ist, da er selbst über eine großartige komödiantische Ader verfügt und sich mit Haak manch kleinen aber feinen Schlagabtausch lieferte.
Für den Auftritt in der Bürgerklause wurde das Duo durch Gebärdensprachdolmetscher Stefan Richter vom Verein LUKAS 14 – Integration und Kultur für Menschen mit Behinderungen e. V. – verstärkt, da auch gehörlose und schwerhörige Gäste gekommen waren. Richters Übertragung der Lieder und Wortwechsel in Gebärdensprache waren eine schauspielerische Glanzleistung, die auch normalhörende Menschen begeisterte, da sie den Humor des Duos noch unterstrich. Sehr schön zu erkennen war dies an der Gestik zu dem Lied „Ich will einfach normal sein“.
Der große Beifall am Ende galt nicht nur den drei Ausführenden, sondern auch Gastwirtin Milica Zovko, die das Trio eingeladen hatte. Frei nach Edith Piaf, der Haak ebenfalls auf unnachahmliche Weise eine Hommage widmete, stand für die Besucher fest: „Non, je ne regrette rien“ – Nein, ich bereue nichts.

 

http://m.fnp.de/lokales/frankfurt/Kabarett-fuer-Gehoerlose;art675,1740954
08.12.2015 03:00 | Sandra Kathe

„Haak & Closca“: Kabarett für Gehörlose
Hausen Um ihr musikalisches Kabarettprogramm auch für Gehörlose zugänglich zu machen, ließ Elsbeth Haak vom Kabarett-Duo Haak & Closca die Nummern von Gebärdensprachdolmetscher Stefan Richter übertragen. Nach Aufführungen im Inklusionsverein Lukas14 sowie in der Put-Event-Bühne an der Brotfabrik suchen die beiden weitere Gelegenheiten, um ihre Show „zweisprachig“ zu präsentieren.
Gebärdensprach-Dolmetscher Stefan Richter zieht zuweilen mehr Blicke auf sich als die Künstler Elsbeth Haak und Pianist Marius Closca. HIer ist das Trio auf der Put-Eventbühne neben der Brotfabrik zu sehen.

Bild: Leonhard Hamerski
Auf Kultur legt Elsbeth Haak besonders großen Wert. Bereits in Zeiten, in denen sie hauptamtlich als Justizbeamtin beschäftigt war, besuchte sie begeistert Konzerte, beschäftigte sich mit Chansons und Kabarett und ließ sich privat in Gesang ausbilden. Inzwischen steht sie kurz vor der Pensionierung und selbst hauptberuflich im Musik-Kabarett-Duo „Haak & Closca“ auf der Bühne. Kunst und Kultur sind zu ihrem Lebensinhalt geworden.
Dass es Menschen gibt, denen bestimmte Kunstgenüsse aufgrund einer Behinderung verschlossen bleiben, realisierte die heute 58-Jährige beim Besuch des inklusiven Evangelienspiels. Ihre Reaktion darauf, war eine Idee, von der sie wusste, dass eine Durchführung schwierig werden würde. Gehörlose sollten auch ihr Programm erleben können – und genauso mitlachen, wie all jene, die jedes gesprochene und gesungene Wort verstehen.
Hoher Aufwand
„Die Möglichkeit, dass ein Gebärdensprach-Dolmetscher Kabarett oder Theater verständlich macht, ist grundsätzlich da“, erklärt Stefan Richter, der es vor gut zehn Jahren zu seinem Beruf gemacht hat, Gehörlosen die Kommunikation mit Hörenden zu ermöglichen. „Die üblichen Termine, die man als Gebärdensprach-Dolmetscher absolviert, sind Behördengänge oder Arztbesuche. Das geht meistens aus dem Stegreif, ohne viel Vorbereitung“, erklärt der 40-Jährige. So ein Bühnenprogramm auf der anderen Seite wäre mit Stundensätzen von über 50 Euro nicht bezahlbar. Darum war auch Richter zunächst skeptisch, als ihn Haak auf ihre Idee ansprach.
Als er dann Monate später eine Kostprobe ihrer Arbeit sah, ließ er sich schließlich doch umstimmen: „Trotz des hohen Aufwands ist es wichtig, dass diese Arbeit jemand macht, um den Gehörlosen nach und nach auch diese Art von Unterhaltung zu ermöglichen“, sagt Richter. Denn viele solcher Angebote gibt es deutschlandweit auch nach jahrelanger Inklusionsarbeit nicht. Zu den regelmäßigen Ausnahmen gehören einzelne Kulturfestivals, etwa das Sommerblut-Festival in Köln, Poetry Slams in Berlin und Essen sowie die Kirchentage, bei denen Dolmetscher für Gehörlose mit auf den Bühnen stehen, um Konzerte und Gottesdienste zu übertragen.
Ganz eigene Komik
Zwar können die Gehörlosen auch in Haaks Show nicht hören wie die Kabarettistin leicht schwäbelnd und in deutscher Aussprache der französischen Wörter eine Version des Edith Piaf-Chansons „Je ne regret rien“ wiedergibt. Dass Stefan Richter in diesem Moment neben ihr auf der Bühne steht und hektisch im Fingeralphabet, das Gehörlose zum Buchstabieren etwa von Namen oder Adressen nutzen, jedes einzelne Wort buchstabiert, kreiert er damit jedoch eine ganz eigenständige Form von Komik, die die Gehörlosen im Publikum in diesem Moment zum Lachen bringt. „Übrigens war das eine der Szenen, bei der auch die hörenden Zuschauer hellauf begeistert waren und gar nicht wussten, wo sie hinschauen sollten, um ja nichts zu verpassen“, erinnert sich Elsbeth Haak, als sie einige Ausschnitte auf DVD zeigt.
Bei den ersten Aufführungen hat ihr Programm jeweils nur wenige gehörlose Besucher angezogen, die jedoch begeistert waren vom Endergebnis der Arbeit. Für Richter betrug die Vorbereitungszeit über vier Monate, die er sich nebenberuflich und unbezahlt mit dem Programm von Haak & Closca beschäftigte, um die Texte auswendig zu lernen, und eine eigene Choreografie für die Wiedergabe mit den Händen zu entwickeln, die er parallel zu Haak auf der Bühne machen konnte, ohne dabei während des zweistündigen Programms ins Stocken zu kommen.
Für Haak und Richter steht aufgrund der Begeisterung der gehörlosen Zuschauer fest, dass sie ihr Ergebnis auch an weiteren Anlässen gemeinsam präsentieren wollen. „Wir haben auch einfach zu viel Arbeit und Herzblut in die Sache gesteckt, um sie nach zwei Aufführungen wieder fallen zu lassen“, betont Richter.
Derzeit planen die Kabarettistin und ihr Dolmetscher für Ende Februar einen weiteren Auftritt in den Räumen des Vereins „Lukas14“, der sich in Frankfurt um Inklusion für Behinderte kümmert und auch etliche Angebote für Gehörlose macht. Genaue Termine gibt es in Kürze im Internet unter www.lukas14.de sowie www.haakundclosca.net.

 

DerWesten

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-dinslaken-huenxe-und-voerde/schraeg-bissig-musikalisch-aimp-id11285779.html

Schräg, bissig, musikalisch

14.11.2015 | 08:10 Uhr

Wer den Wunsch verspürt, sich einmal einen Abend lang in eine weiße, walle-weiche Wattewolke der Harmonie und Glückseligkeit einhüllen zu lassen, ist bei Haak&Closca an der komplett falschen Adresse! Denn friedlich und still ist rein gar nichts bei diesen Künstlern, die am heutigen Samstag (14.11.) um 19.30 Uhr im Theater Halbe Treppe an der Teerstraße 2 in Dinslaken-Lohberg auftreten.

Während Elsbeth Haak großzügig ihr oberschwäbisches Temperament versprüht, beweist Marius Closca, dass pure Musik in seinen rumänischen Adern fließt. Derart generös von Mutter Natur ausgerüstet, interpretieren die beiden mit liebenswerter Boshaftigkeit und beharrlicher Inkonsequenz klassische und neue Chansons auf höchst eigenwillige Art. Mit ihrem ersten gemeinsamen Programm „So Chansons und so“ haben Haak & Closca es geschafft, einen kurzweiligen Abend voller Leidenschaft zu entwickeln, der herrlich schräg und bissig, zuweilen aber auch äußerst skurril und saukomisch ist.

Elsbeth Haak ist ein durch und durch positiver, kreativer und künstlerischer Mensch, zeit ihres Lebens voller Leichtigkeit und Lebensfreude, obwohl – oder weil? – ihr das Leben einen Gimmick in Form einer Poliomyelitis (zu deutsch die niedliche Bezeichnung „Kinderlähmung”) mit auf den Weg gab. Ihr ewiger Traum, einmal abendfüllend aufzutreten, schien schon ausgeträumt, als sich plötzlich der Himmel auftat, sein Wohlwollen über sie ergoss und sie sich, ihrer geheimen Berufung gemäß, auf der Bühne wiederfand.

Mit ihrer offenen, herzlichen Art und ihrer Präsenz ist sie in der Lage, das Publikum schnell zu begeistern und mitzureißen. Zuweilen lässt ihr bissiger und schräger Humor das Publikum durchaus auch mal etwas ratlos und nachdenklich werden. Doch auch die manchmal leisen Töne finden entsprechenden Ausdruck.

Klassik, Jazz und Kabarett

Marius Closca gewann in Rumänien bedeutende Klavierwettbewerbe, spielte Konzerte und hatte diverse Fernsehauftritte. Eine Reihe glücklicher Fügungen ermöglichte ihm von 2002 bis 2006 das Studium an der Musikhochschule Frankfurt bei Prof. Irina Edelstein. Seit 2008 ist er Dozent bei der Frankfurter Music Academy (FMA). Neben seinen kabarettistischen Auftritten, erlebt man ihn auch als Klassik- und Jazz-Pianisten.

Karten für „So Chanson und so“ gibt es für 12 Euro an der Abendkasse.

 

Der Berg Strässer vom Mittwoch, 18.02. 2015

Ihre Liebe zur deutschen Sprache stellte auch die darauffolgende Kleinkünstlerin unter Beweis.

„Jetzt wird es furios. Chansons wie wir sie noch nie erlebt haben“, warnte Kordula Völker da schon mal vor.

Elsbeth Haak, die normalerweise von Marius Closca am Piano begleitet wird, nahm es dieses Mal alleine mit den Oktaven auf.

Doch statt einfühlsam tragischer Chansons á la Dalida oder Hildegard Knef bot Haak unterhaltsame, humorvoll gesungene Geschichtchen über den letzten Campingurlaub oder einen zünftigen Rehbraten.

David Knapp

Artikel in PLEGGE Medien Verlag GmbH

 

 

 

Artikel im Wiesbadener Tagblatt vom 22.11.2014 zum Auftritt im Kulturbahnhof in Idstein